27.04.2021

Spitzenforschung auf der Agenda: Fraunhofer ISE weiht Laborgebäude für höchsteffiziente Solarzellen ein

Freiburg - Die Photovoltaik hat seit ihren Anfängen eine rasante technologische Entwicklung durchlaufen, ihr Potenzial ist aber noch längst nicht ausgeschöpft. Mit Hilfe des neuen Laborgebäudes am Fraunhofer ISE sollen neue Zelltechnologien entwickelt werden und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der deutschen PV-Industrie gestärkt werden.

 

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Photovoltaiktechnologie mit einer hohen Geschwindigkeit entwickelt, mit einer Kostenreduktion um mehr als 90 Prozent und einer Steigerung des Modulwirkungsgrads auf heute 20 Prozent. Die Photovoltaik gehört mittlerweile zu den zentralen Säulen der Energiewende. Am Fraunhofer ISE in Freiburg ist jetzt ein neues Laborgebäude offiziell eröffnet worden, das die Weiterentwicklung der Photovoltaik forcieren soll.

 

Neues Laborgebäude gibt PV-Spitzenforschung kräftigen Schub

Seit vier Jahrzehnten entwickelt das Fraunhofer ISE Photovoltaik-Technologien und hat mit seiner Forschung einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass heute Solarstrom weltweit die kostengünstigste Form der Energiebereitstellung ist. Um das Niveau internationaler Spitzenforschung halten und ausbauen zu können, hat das Fraunhofer ISE ein neues Laborgebäude erhalten, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF sowie dem Land Baden-Württemberg zu gleichen Teilen finanziert wird. Das Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen ist heute (27.04.2021) virtuell eingeweiht worden.

 

„In Baden-Württemberg haben wir uns für die Klimapolitik viel vorgenommen. Die Solarenergie spielt dabei eine zentrale Rolle. Und mit dem Fraunhofer ISE haben wir schon seit 40 Jahren eines der wichtigsten Solarforschungszentren der Welt im Land. Ich freue mich daher sehr, dass wir mit dem Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen, das ich heute einweihen darf, der Photovoltaik-Spitzenforschung nochmals einen kräftigen Schub geben, um Klima-Land Nummer 1 zu werden“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Grußwort anlässlich der Einweihung des neuen Laborgebäudes.

 

Weiterentwicklung der Tandem-Photovoltaik als wichtiger Forschungsbereich

Mit 1.000 Quadratmetern modernster Laborfläche und Reinraumausstattung verfügt das neue Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen über eine Infrastruktur, die es erlaubt, neue technologische Herausforderungen zu adressieren.

 

Neben der Weiterentwicklung der Silicium- und III-V-Technologie liegt ein Fokus des neuen Labors auf der Kombination dieser beiden Materialien zu höchsteffizienten Tandemzellen mit hohen Wirkungsgraden. Tandemzellen, bei denen durch die unterschiedliche Absorption der einzelnen übereinandergeschichteten Halbleitermaterialien das Sonnenspektrum noch effizienter für die Energiegewinnung genutzt wird, zählen zu den vielversprechendsten Zukunftstechnologien der Photovoltaik. Sie ermöglichen eine noch höhere Energieausbeute pro Fläche und damit Einsparpotenziale bei Solarzellen- und Modulmaterialien, so dass die Photovoltaik noch nachhaltiger wird.

 

„Das neue Laborgebäude ermöglicht es uns, auch in Zukunft wegweisende neue Solarzellentypen zu entwickeln und mit innovativen Prozessen und Technologien zur Wettbewerbsfähigkeit der wieder im Aufbruch befindlichen deutschen und europäischen Photovoltaik-Industrie beizutragen“, so Institutsleiter Prof. Andreas Bett. „Gleichzeitig ist dies ein wichtiger Meilenstein für die deutsche und europäische Technologie-Souveränität. Wir danken dem Bundesforschungsministerium und dem Land Baden-Württemberg sehr für ihre Unterstützung“, so Bett weiter.

 

Quelle: IWR Online
© IWR, 2021

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